Mainz hat insgesamt 15 Stadtteile. Eine Reihe dieser Stadtteile sind mit der Stadt organisch gewachsen. Andere Stadtteile sind in den letzten 100 Jahren teils zwangsweise, teils freiwillig in die Stadt Mainz eingegliedert worden. Aus diesem Grunde gibt es nicht "DIE Mainzer Stadtgeschichte", sondern die Mainzer Geschichte setzt sich aus den einzelnen, teils unterschiedlich verlaufenen Ortsgeschichten der heutigen Stadtteile zusammen.
Heimatgeschichte der Mainzer Stadtteile
Im Internet informiert die Stadt Mainz über jeden Ortsteil der Stadt. Daneben verfügen die meisten Stadtteile über eigene Seiten im Internet, die auch Informationen über die jeweilige Heimatgeschichte enthalten.
Im Sommer 2007 erschien unter dem Titel "Hausbesuche" eine Serie der Allgemeinen Zeitung über historische Gebäude in den Mainzer Stadtteilen. In der Einleitung war zu lesen: "Den Dom und das Schloss kennt jeder. In einer Serie stellt die AZ aus jedem Stadtteil je ein nicht ganz so bekanntes Juwel vor, das aber ebenfalls beeindruckende Geschichten zu erzählen hat." Die Links auf die einzelnen Beiträge finden Sie auf dieser Seite.
Bretzenheim
Bretzenheim ist mit seinen 1250 Jahren einer der ältesten Orte in der Umgebung von Mainz. Funde aus vorgeschichtlicher römischer und fränkischer Zeit beweisen, daß das Gebiet des heutigen Mainzer Stadtteils um die Quellen und den Oberlauf des Zaybachers bereits sehr früh besiedelt war. Den Namen des fränkischen Dorfs nennen uns einige Urkunden des 8. Jahrhunderts: Brizzenheim, Brezenheim (seit 767/68 überliefert), lateinisch "villa Brittanorum" (seit 752 überliefert), Seit 1805 ist Bretzenheim ein Stadtteil von Mainz. Einwohner: 18.740 - Mehr…
AZ-Serie: Hier wurde einst Käsegeld gezahlt - Bretzenheimer Rathaus hatte über die Jahrhunderte verschiedenste Funktionen, AZ vom 31.07.2007
Drais
Drais war über Jahrhunderte ein kleines Bauerndörfchen - und bis zur ersten Draiser Ansiedlung im 11. oder 12. Jahrhundert nicht einmal dies. So deutet der Name Drais (von gotisch driusan = sprudelnde Quellen) darauf hin, dass sich hier zunächst vor allem Wasser und - da Drais zum Bannforst der Ingelheimer Kaiserpfalz gehörte - ausgedehnte Wälder befanden. Seit 1969 ist Drais ein Stadtteil von Mainz. Einwohner: 3.172 - Mehr…
AZ-Serie: Eine Hauswand als lebendiger Zeitzeuge - Draiser Antiquitätenhändler Lehr hat fränkische Hofreite liebevoll restauriert, AZ vom 10.08.2007
Finthen
Das heutige Mainz-Finthen wird 1092 erstmals urkundlich als "fundene” erwähnt. Erzbischof Ruthard schenkte den Mainzer Domherren verschiedene Besitzungen und Einkünfte, darunter auch Finthen. Der Ort selbst ist wesentlich älter, der archäologische Nachweis beruht jedoch auf Gelegenheits- und Oberflächenfunden, systematische Grabungen fehlen. Seit 1969 ist Finthen ein Stadtteil von Mainz. Einwohner: 13.840 - Mehr…
AZ-Serie: Fruchtbares Zeugnis der Zwanzigerjahre - Obstmarkthalle in Finthen war Zentrum der Landwirtschaft / Seit 1997 unter Denkmalschutz ..., AZ vom 03.08.2007
Gonsenheim
Im 6. Jahrhundert erfolgte die Gründung Gonsenheims (bzw. eines Gehöfts) wahrscheinlich durch den fränkischen Heerführer Gunzo. Im Jahre 774 wurde der Ortsteil erstmals urkundlich erwähnt. Seit 1938 ist Gonsenheim ein Stadtteil von Mainz. Einwohner: 20.381 - Mehr…
AZ-Serie: "Gemüseadeliger" gab Geld für Rathaus - Gonsenheimer Renaissancebau ist auch kulturelles Zentrum des Stadtteils, AZ vom 14.08.2007
Hechtsheim
Hechtsheim wurde im Jahre 808 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Während der Jahrhunderte ändert sich der Name mehrmals, über Hehedesheim (1100), Hechesheim (1261), Hexheim (1262), Hechdensheim (1274), Hechisheim (1280), Heckesheim (1303), Hegsheim (1485) und im Jahre 1650 schließlich wird Hechtsheim daraus. Seit 1969 ist Hechtsheim ein Stadtteil von Mainz. Einwohner: 15.291 - Mehr…
AZ-Serie: Klosterleben und Landwirtschaft - Karthäuser Hof in Hechtsheim hat Jahrhunderte lange Geschichte, AZ vom 01.08.2007
Serie in der Allgemeinen Zeitung: Hechtsheim feierte im Jahr 2008 sein 1200-jähriges Jubiläum. In einer Serie beleuchtete die AZ vielfältige Aspekte der Ortsgeschichte:
Warum Hechtsheim eigentlich älter ist - Frühere Frankensiedlung vor 1200 Jahren erstmals urkundlich erwähnt (26. März 2008)
Das Nebeneinander von Arm und Reich - Güter prägen Hechtsheimer Historie - einige gibt es noch/Im 19. Jahrhundert "Maurerdorf" (15. März 2008)
1841 wurde eigene Synagoge gebaut - Auf historischen Spuren des jüdischen Lebens in Hechtsheim (26. März 2008)
Wenige Quellen, viele Brunnen - 1832 wurde die erste Wasserleitung in Hechtsheim gelegt (29. März 2008)
Heiße Diskussionen über Eingemeindung - Politikerfamilie Dreibus setzte sich für Eigenständigkeit des Dorfes ein
Laubenheim
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Laubenheim am 3. Mai 773, tatsächlich liegt die Gründung des Dorfes weiter zurück, was gefundene Grabstätten belegen. Damals hieß Laubenheim noch "Nubenheim", was soviel wie "Niederlassung des Nubo" bedeutet. Über diese Person ist nichts bekannt, die Wandlung vom "N" zum "L" ist jedoch durch die spätere lautgeschichtliche Entwicklung der Sprache zu erklären. Seit 1969 ist Laubenheim ein Stadtteil von Mainz. Anders als in Ebersheim geschah diese Eingemeindung damals gegen den Willen der Bevölkerung, die lieber die Selbständigkeit der Gemeinde bewahren wollte. Einwohner: 8.917 - Mehr…
AZ-Serie: Wo Wagner kleine Premieren feierte - In der Laubenheimer "Villa Schott" gab es viele musikalische Begegnungen, AZ vom 08.08.2007
Lerchenberg
Lerchenberg wurde aus Anlass der 2000-Jahr-Feier der Landeshauptstadt Mainz errichtet. Bereits im Mai 1961 entschied der Stadtrat, statt eines historischen Festzuges eine Jubiläumssiedlung zu errichten, da die Wohnungsnot zu den brennendsten Problemen zählte: Die Mainzer Innenstadt war im Zweiten Weltkrieg zu 80 % zerstört worden. Der damalige Erste Bürgermeister und Liegenschaftsdezernent Dr. Josef Hofmann hielt einen neuen Stadtteil mit Wohnungen für mindestens 15.000 Menschen für notwendig. Es gelang ihm, in schwierigen Verhandlungen einen großen Teil des erforderlichen Geländes zu beschaffen. Einwohner: 6.249 - Mehr…
AZ-Serie: Nach den Fürsten kamen die Förster - das Alte Forsthaus am Lerchenberg, AZ vom 29.08.2007
Marienborn
Man nimmt an, dass im Zuge der Rodungen während des 10. Jahrhunderts sich die ersten Siedler im gebiet des heutige Marienborns niederließen. Auf Geheiß des Mainzer Erzbischofs Willigis (975-1011) soll in Marienborn eine Kapelle errichtet worden sein. Aus dem ursprünglichen Namen „Kapelle zu Brunnen“ wurde mit der Zeit „Born“. Der frühe Besitz des Rheingauer Klosters Gottesthal in Marienborn ging bereits 1247 an St. Stephan verloren, das spätestens seit dem 12. Jahrhundert zu den größten Grundherren im Ort gehörte. Frühe überlieferte Namen von Marienborn sind Brunnon, Burne und Born. Mitte der 17. Jahrhundert wird zum ersten Mal der Name Mariäborn, 1685 Marienborn genannt. Seit 1969 ist Marienborn ein Stadtteil von Mainz. Einwohner: 3.848 - Mehr…
AZ-Serie: Wo Goethe als Kriegsreporter wirkte - Dichter beobachtete von Chausseehaus in Marienborn Belagerung, AZ vom 25.07.200
Mombach
Mombach hat im Jahre 2006 sein 750jähriges Jubiläum gefeiert. Archäologische Ausgrabungen bezeugen, dass das Gebiet von Mombach bereits in prähistorischer Zeit besiedelt war. Auch aus römischer Zeit liegen zahlreiche Funde vor. Die Gründung des Ortes erfolgte vermutlich im fränkischen Landausbau. In dieser Zeit entstand Mombach, wahrscheinlich aus dem fränkischen Namen "Muno" (Munno). Seit 1907 ist Mombach ein Stadtteil von Mainz. Einwohner: 12.936 - Mehr…
AZ-Serie: Aus Industriewiege wird Kulturtempel - Gastell´sche Waggonfabrik in Mombach verbindet viele Baustile, AZ vom 15.08.2007
Neustadt
Nordwestlich der Altstadt und jenseits der breiten Kaiserstraße erstreckt sich die Mainzer Neustadt. Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie auf dem einst "Gartenfeld" genannten Areal außerhalb der Festungsmauern von Mainz erbaut und verdoppelte auf einen Schlag das alte Stadtgebiet. Einwohner: 26.949 - Mehr…
AZ-Serie: Zwischenzeitlich sogar ein Lazarett - Gebäude des Rabanus-Maurus-Gymnasiums hat eine bewegte Geschichte, AZ vom 09.08.2007
Weisenau
Urkundlich wird Weisenau erstmals im Jahre 1192 unter dem Namen "Wizenowe iuxta Moguntia" erwähnt. Doch zahlreiche Funde in und um Weisenau lassen auf eine kontinuierliche Besiedlung schließen. Nach der ersten urkundlichen Erwähnung 1192 änderte sich der Name auf "Wizinowe" im Laufe der Zeit über "Wizenawe" zu "Weisenau". Bis 1215 gehörte Weisenau zum Erzstift Mainz. Während des Mittelalters war die Burg Weisenau - die 1250 aus politischen Gründen von den Mainzer Bürgern zerstört wurde und das dazugehörende Gebiet - das Lehen einer Mainzer Ministerialen-Familie. Die nachfolgenden Besitzer wechselten ständig. In dieser Zeit hatte Weisenau wegen seiner Rheinüberfahrt und dem hier angepflanzten guten Wein eine große Bedeutung. Seit 1930 ist Weisenau ein Stadtteil von Mainz. Einwohner: 10.475 - Mehr…
AZ-Serie: Entstehung des Juwels liegt im Dunklen - Weisenauer Anwesen in Wormser Straße 15 wird 1840 erstmals erwähnt, AZ vom 18.07.2007
Altstadt, Hartenberg/Münchfeld und Oberstadt
Die Mainzer Stadteile „Altstadt“, „Hartenberg/Münchfeld“, „Oberstadt“ haben keine eigenen Seiten im Internet. Allgemeine Informationen zu diesen Stadtteilen finden Sie auf den Webseiten der Stadt Mainz:
AZ-Serie: Fünfeckige Festung mit Bastionen – Zitadelle in der Oberstadt wurde jahrhundertelang militärisch genutzt, AZ vom 06.10.2007
Ebersheim
AZ-Serie: Ensemble vielleicht schon 1000 Jahre alt - Ebersheimer Töngeshof war einst im Besitz des Sankt-Albansklosters, AZ vom 07.08.2007
Weitere Links
Weitere Links zur Heimatgeschichte von Mainz finden Sie auf den folgenden Seiten mit der Linksammlung zu Rheinhessen. Dort sind diese Links vernetzt mit verschiedenen Links zu Rheinhessen und zu den Nachbargemeinden.